Digitale Zukunft

Digitale Instrumente und Anwendungen können in der Zukunft Patienten den Umgang mit Erkrankungen erleichtern und verbessern. Prävention, Diagnose und Therapie von Erkrankungen sollen zielgerichteter eingesetzt werden können. Big Data und Künstliche Intelligenz spielen in diesem Konzept eine Schlüsselrolle. Die Erhebung, Speicherung, Nutzung und Vernetzung von Daten ermöglicht den gezielteren Einsatz von (individuellen) Therapien.

Die digitale Zukunft bietet Patienten viele praktische Vorteile. Zum Beispiel verwenden Wissenschaftler in der medizinischen Forschung Big Data und Künstliche Intelligenz unter anderem für die Entwicklung neuer Krebstherapien. Die Technologien dienen der Identifizierung der Angriffsziele – der Krebs-Treibermutationen, die sich für eine Therapie eignen.

Im Trend: Apps und Wearables

Immer mehr Menschen nutzen Smartwatches und Fitnessarmbänder, sogenannte Wearables, sowie diverse Apps, um die eigene Gesundheit zu fördern. Das Internetportal statista.com schätzt für 2019 und Deutschland bei den sogenannten Apps und Wearables, die rein für Sport, Fitness oder Ernährung – also ohne konkrete medizinische Zweckbestimmung – angeboten werden, den Umsatz auf etwa 448 Millionen Euro und die Nutzer auf 22 Millionen. Prognostiziert wird im Jahr 2023 ein Marktvolumen von 511 Millionen Euro.

Verschreibung von Apps: Digitale Versorgung Gesetz

Mit der aktuellen Gesetzgebung greift der Gesetzgeber einen weiteren wichtigen Punkt auf: Entscheidend für den Erfolg eines Produktes ist, dass es durch die gesetzliche Krankenversicherung finanziert und damit als Regelleistung in den Leistungskatalog der Gesetzlichen Krankenkassen aufgenommen wird. Dies ist im Rahmen des Digitale Versorgung Gesetzes (DVG) vorgesehen.  

Abschließend ist der Datenschutz für die Umsetzung der Anwendungen eine Herausforderung, der sich die Unternehmen stellen müssen.

[TRENNER]

Breitbandausbau voranbringen

Die digitale Zukunft ist ein Kernthema für Arzneimittel-Hersteller – nicht nur bezüglich der (digitalen) Produkte an sich, wie Medical Apps, sondern auch für die Produktion.

Die fortschreitende Digitalisierung verändert und verbessert Prozesse rund um die gesamte Wertschöpfungskette eines Arzneimittels. Sowohl in der Forschung als auch in der Produktion und Distribution werden große Datenmengen erzeugt, ausgewertet und bearbeitet, um neue Arzneimittel zu entwickeln, zu verbessern, den Herstellungsprozess zu sichern oder die Arzneimittel in den Verkehr bringen zu können. Dafür investieren die Unternehmen große Geldsummen in entsprechende Technologien und personelles Know-how. Allerdings ist die digitale Infrastruktur nicht ausreichend. Der Transfer großer Datenmengen scheitert mitunter schlichtweg an der schlechten Internetanbindung.

Gerade für Arzneimittel-Hersteller in ländlichen Regionen erwächst daraus ein erheblicher Wettbewerbsnachteil. Dieser erhärtet sich noch darin, dass bei der Rekrutierung von Fachkräften z. B. gewünschte Arbeitsmodelle wie Homeoffice nicht angeboten werden können, weil die Infrastruktur dafür nicht geschaffen ist. Die Bundesregierung muss ihre Zusagen etwa in Sachen Breitbandausbau endlich umsetzen und die digitale Infrastruktur grundlegend modernisieren.

IT-Sicherheit stärken

Die Pharmazeutischen Unternehmen müssen sowohl die Produktion als auch die Lieferung von Arzneimitteln jederzeit sicherstellen. Sollten IT-Strukturen beschädigt werden oder ausfallen, könnte dies negative Auswirkungen auf die Versorgung mit Arzneimitteln haben. Dies hat die Politik erkannt und deshalb Arzneimittel-Hersteller, die eine bestimmte Menge an verschreibungspflichtigen Arzneimitteln in den Verkehr bringen, sowie Großhändler als Betreiber sogenannter kritischer Infrastrukturen angesehen. Damit werden sie im Rahmen des IT-Sicherheitsgesetzes und der BSI-Kritisverordnung verpflichtet, Vorkehrungen zur Gewährleistung der IT-Sicherheit zu treffen und ein bestimmtes Niveau an IT-Sicherheit vorzuhalten. Wichtig ist es daher, dass die Arzneimittel-Hersteller die dafür notwendigen finanziellen Mittel auch refinanzieren können und nicht durch Spardiktate bestraft werden.

Zeichenfläche 1