Arzneimittelversorgung 2.0: Der Patient – vom Therapieempfänger zum Gesundheitsgestalter

28.09.2017 – Thema zweier Diskussionsrunden im Rahmen der heutigen Veranstaltung „BAH im Dialog“ war die „Arzneimittelversorgung der Zukunft – Gesunde Perspektiven für den Einzelnen und die Gesellschaft“.

Damit die Arzneimittelversorgung auch im Jahr 2025 leistungsstark und menschlich bleibt, gilt es, bestimmte gesellschaftliche Trends zu berücksichtigen. Apothekergestützte Selbstmedikation wo möglich, ärztliche Verordnung wo nötig: Auf dem ausgewogenen Zusammenspiel dieser beiden Säulen wird eine hochwertige und individuelle Arzneimittelversorgung auch weiterhin stehen. Voraussetzung ist ein eigenverantwortlicher und informierter Patient, der weniger konsumierend als vielmehr gestaltend seine gesundheitliche Zukunft in die Hand nimmt. Darüber waren sich heute die Teilnehmer zweier Diskussionsrunden im Rahmen der Veranstaltung „BAH im Dialog“ des Bundesverbandes der Arzneimittel-Hersteller e.V. (BAH) einig. Thema war die „Arzneimittelversorgung der Zukunft – Gesunde Perspektiven für den Einzelnen und die Gesellschaft“.

Der BAH hat in zwei Perspektivpapieren auf diese Trends aufmerksam gemacht: demografischer Wandel in Verbindung mit dem medizinischen Fortschritt, die Zunahme chronischer Erkrankungen, Urbanisierung und Digitalisierung. Diese Trends werden sich fortsetzen und hohe Anforderungen an die gesundheitliche Infrastruktur der Zukunft stellen.

Selbstmedikation kann das Gesundheitssystem nachhaltig entlasten und tut dies auch heute schon in erheblichem Maße. Der Patient hat mit ihr zudem die Chance, sein eigener Gesundheitsmanager zu werden. Dabei kommt der Beratungskompetenz seines Apothekers eine wichtige Rolle zu. So kann Selbstmedikation ihren Nutzen entfalten – für den Einzelnen und die Gesellschaft.

„Der BAH möchte die Arzneimittelversorgung der Zukunft mitgestalten. Wir laden die Politik dazu ein, gemeinsam mit uns Lösungen zu erarbeiten und damit gesunde Perspektiven zu schaffen“, so der BAH-Vorstandsvorsitzende Jörg Wieczorek in einer Rede vom Vortag.

Die beiden Diskussionsrunden zur Selbstmedikation und zur Versorgung mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln im Jahr 2025 bestanden aus Gesundheitsexperten aus den verschiedensten Institutionen.

An der Runde zur Selbstmedikation 2025 nahmen teil: Stefan Fink, Thüringer Apothekenverband, Professor Dr. Gerd Glaeske, Universität Bremen, Stefan Meyer, Bayer Vital, und Prof. Dr. Klaus Weckbecker, Universität Bonn. Moderator war Dr. Traugott Ullrich, Dr. Willmar Schwabe und Vorstandsmitglied des BAH. Auch mit dabei war Trendcoach Corinna Mühlhausen aus Hamburg, die zudem ein Impulsreferat zum Thema „Die Welt im Jahr 2025 – Was erwarten die Menschen für ihre Gesundheitsversorgung?“ hielt.

Die Versorgung mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln 2025 diskutierten Philipp Huwe, AbbVie Deutschland, Andreas Kress, Novartis Pharma, Dieter Möhler, Deutscher Diabetiker Bund, Christoph Straub, BARMER, und Dr. Carl Hans Biedendieck, Deutscher Hausärzteverband. Moderiert wurde die Runde von Andreas Mihm, Frankfurter Allgemeine Zeitung.