Versorgungsdaten besser nutzen

13.12.2016 – Vor allem sozial- und datenschutzrechtliche Hürden stehen bislang einer umfangreicheren Aus- und Verwertung von Gesundheitsdaten aus dem Versorgungsalltag im Weg. Damit wird das hohe Potenzial dieser Daten zur Verbesserung der medizinischen Versorgung nicht optimal genutzt. Zu diesem Fazit gelangten Vertreter aus Wissenschaft, Bundesregierung, Krankenkassen und Industrie im Rahmen der heutigen Berliner Runde des Bundesverbandes der Arzneimittel-Hersteller e.V. (BAH).

Nach Einschätzung des stellvertretenden Hauptgeschäftsführers des BAH, Dr. Hermann Kortland, müssen zunächst die rechtlichen Hürden identifiziert werden, die der Erstellung und Verwendung von aussagekräftigen Datensätzen zu Fragen der Versorgungsforschung entgegenstehen.

„Die Diskussion zur Nutzung von Versorgungsdaten muss dringend geführt werden – und zwar partei- und ressortübergreifend“, so Kortland. „Dieser Datenschatz sollte allen zur Verfügung stehen, die sich in der Entwicklung, Sicherheit und evidenzbasierten Nutzung von Arzneimitteln engagieren. Das gilt selbstverständlich auch für Arzneimittel-Hersteller“, forderte Kortland.

Dr. Boris Ratsch von Takeda Pharma erklärte: „Daten aus der Versorgungsforschung können wichtige Erkenntnislücken schließen und das klinische Entwicklungsprogramm ergänzen: Sie zeigen, wie sich das in klinischen Studien identifizierte Potenzial einer Therapie im Behandlungsalltag entfaltet. Ergebnisse aus qualitativ hochwertig durchgeführten Versorgungsforschungsstudien sollten dementsprechend bei der Bewertung eines Arzneimittels und somit auch im Prozess der Frühen Nutzenbewertung Anerkennung finden.“

Mit rund 80 Gästen aus Politik, Ministerien, Selbstverwaltung und der Industrie diskutierten im Berliner Hotel Aquino darüber hinaus: Hans-Holger Bleß, Bereichsleiter Versorgungsforschung des IGES Instituts in Berlin, Jochen Puth-Weißenfels, Leiter Referat Gesundheitswirtschaft, Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Harald Möhlmann, Berater des Vorstands der AOK Nordost sowie Prof. Dr. Reinhold Roski, Herausgeber der Fachzeitschrift Monitor Versorgungsforschung, der die Berliner Runde auch moderierte.

Auf der rechten Seite finden Sie die Präsentation zur Berliner Runde.

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V.l.n.r.: Jochen Puth-Weißenfels, Leiter Referat Gesundheitswirtschaft, Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Dr. Boris Ratsch, Takeda Pharma, Prof. Dr. Reinhold Roski, Herausgeber der Fachzeitschrift Monitor Versorgungsforschung, Harald Möhlmann, Berater des Vorstands der AOK Nordost, Hans-Holger Bleß, Bereichsleiter Versorgungsforschung des IGES Instituts in Berlin © BAH