Arzneimittelbranche: Vielfalt erhalten

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Aus: Arzneimittelpunkt 01/17

Die Arzneimittelbranche steht für Vielfalt. Sie sichert die Qualität der Gesundheitsversorgung in Deutschland. Die Politik sollte die Arzneimittel­-Hersteller wirksam unterstützen.

Tausende verschreibungspflichtige Arzneimittel sind in Deutschland auf dem Markt, eine Vielzahl kann ohne Rezept in Apotheken erworben werden und Hunderte zusätzliche Präparate gibt es frei im Handel zu kaufen. Patienten profitieren von der Vielfalt an Wirkstoffen und Darreichungsformen – und zwar bei alltäglichen Beschwerden wie Schnupfen ebenso wie bei schwerwiegenden Erkrankungen. Hinter dieser Auswahl stehen insbesondere die mehr als 500 Arzneimittel-Hersteller in Deutschland.

So vielfältig wie die Produkte ist auch die Industrie. Zu ihr zählen große Konzerne ebenso wie inhabergeführte Mittelständler, traditionsreiche Familienunternehmen und hochinnovative Start­ups. Annähernd 70 Prozent der Firmen beschäftigen weniger als 250 Mitarbeiter – die Branche ist also mittelständisch geprägt. Diese Bandbreite ist ein wesentlicher Grund dafür, dass in Deutschland unter anderem innovative Arzneimittel entwickelt werden, pflanzliche Arzneien oder Homöopathika auf den Markt kommen und Generika zur Verfügung stehen. Von dieser Produktvielfalt und dem Herstellerwettbewerb profitieren Patienten und Gesundheitssystem gleichermaßen.

Regionen profitieren

Die Unternehmen sichern hierzulande mehr als 115.000 Arbeitsplätze und erwirtschaften pro Jahr eine Bruttowertschöpfung von 18,5 Milliarden Euro. Hinzu kommt ein Vielfaches an Arbeitsplätzen bei Zulieferern und Dienstleistungsunternehmen. Ganze Regionen profitieren davon.

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Beispiel Nordrhein-Westfalen: Hier sind mehr Hersteller angesiedelt als in jedem anderen Bundesland. Über 60 sind Mitglied im BAH. Beispiel Baden-Württemberg: Mehr als 28.000 Menschen sind direkt bei den Arzneimittel-Herstellern beschäftigt. Die Unternehmen investieren Milliarden in die Infrastruktur – etwa 1,9 Milliarden Euro im Jahr 2014. Sie tragen so erheblich zu Wachstum und Wohlstand in den Regionen bei. Mehr noch: Dass sich Deutschland mit Bonn für den neuen Sitz der Europäischen Arzneimittelagentur beworben hat, gründet nicht zuletzt im einzigartigen Netzwerk aus Industrie und Wissenschaft in der Bundesrepublik.

Branche braucht Entlastung

Um die Branche zu stärken, sollte die deutsche Politik an der Verbesserung der sozialrechtlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen für die Unternehmen arbeiten. Die Arzneimittel-Herstellung ist in allen Bereichen stark reguliert, sodass ein immer komplexeres Regelwerk die Arbeit bestimmt. Auch müssen immer höhere Abgaben geleistet werden. Sozialrechtliche und regulatorische Hürden betreffen etwa die Themen Festbetragsgruppenbildung, Rabattverträge, Herstellerabschläge, Preismoratorium, GMP-Regeln, Pharmakovigilanz-Vorgaben oder die europäische Medizinprodukte-Verordnung. Der BAH setzt sich auf deutscher und europäischer Ebene für eine Entlastung der Arzneimittel-Hersteller ein – damit die Vielfalt der Branche weiter bestehen kann.

Text: Katja Reich

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