BAH-Gesundheitsmonitor

Der BAH befragt die deutsche Bevölkerung regelmäßig zur gesundheitlichen Versorgungssituation in Deutschland und zu ihrer Meinung zu aktuellen gesundheitspolitisch oder wissenschaftlich relevanten Themen. Im Frühjahr 2013 startete die erste repräsentative Umfrage des BAH-Gesundheitsmonitors. Mittlerweile befragt das Marktforschungsunternehmen The Nielsen Company GmbH im Auftrag des BAH einmal im Jahr etwa 2.000 Bundesbürger zur Versorgungssituation und zweimal im Jahr etwa 1.000 Bundesbürger zu aktuellen Brennpunktthemen. Mittlerweile hat der Gesundheitsmonitor seinen festen Platz unter den Befragungen im Gesundheitswesen.

Im April 2020 fand eine aktuelle Befragung zur Bevorratung von Medikamenten während der Corona-Pandemie statt.

Coronakrise: Fast ein Viertel der Deutschen gibt an, Arzneimittel gehamstert zu haben

23 Prozent der deutschen Bevölkerung sagen, dass sie aufgrund der Coronakrise Arzneimittel über die in normalen Zeiten beschaffte Menge hinaus auf Vorrat gekauft haben. Betrachtet man nur die Personen, die sich selbst laut den offiziellen Kriterien zur Corona-Risikogruppe zählen, sind es lediglich 21 Prozent, die sich mit Arzneimitteln eingedeckt haben. Insbesondere jüngere Personen haben laut Umfrage Arzneimittel auf Vorrat gekauft, nämlich 43 Prozent der 18 bis 29-Jährigen und 34 Prozent der 30 bis 39-Jährigen, aber nur 9 Prozent der über 60-Jährigen.

Andere Produkte des täglichen Bedarfs, wie z.B. Lebensmittel, Seife oder Toilettenpapier, meint ein Drittel aller Befragten gehamstert zu haben. Auch hier geben deutlich mehr Jüngere als Ältere an, sich bevorratet zu haben. Das ist das Ergebnis einer Sonderbefragung des Gesundheitsmonitors des Bundesverbandes der Arzneimittel-Hersteller (BAH) zur Coronakrise. Die repräsentative Umfrage wurde Mitte April von The Nielsen Company online durchgeführt.

Rund Dreiviertel der Befragten, die Arzneimittel auf Vorrat eingekauft haben, geben an, dass es sich um rezeptfreie Präparate für Gesundheitsstörungen handelt, die nicht akut vorliegen. 38 Prozent sagen, dass sie sich rezeptfreie Arzneimittel aufgrund einer akut oder chronisch vorliegenden Krankheit und 35 Prozent rezeptpflichtige nach Verschreibung durch den Arzt auf Vorrat beschafft haben. Als Grund gaben 83 Prozent die Angst vor Versorgungsengpässen aufgrund der Coronakrise an. Nur bei 33 Prozent hätte der Arzt oder Apotheker dazu geraten.

20 Prozent der Befragten an, dass es bei ihnen während der Coronakrise – also innerhalb der vergangenen acht Wochen – vorgekommen sei, dass ein gewünschtes Arzneimittel nicht verfügbar gewesen ist und sie ein anderes Medikament oder keines erhalten haben. Diese Lieferengpässe bezogen sich bei 60 Prozent dieser Gruppe auf rezeptfreie und bei 49 Prozent auf rezeptpflichtige Arzneimittel.

Insgesamt geht eine Mehrheit von 57 Prozent aller Befragten davon aus, dass die Verfügbarkeit von Arzneimitteln trotz der Coronakrise gesichert ist. Ebenso viele glauben aber auch, dass es zu Versorgungsengpässen kommen könnte. Mehr als Dreiviertel der Befragten gehen davon aus, dass die Arzneimittel-Hersteller ihr Bestes tun, um die Versorgung zu sichern.

Die Ergebnisse der aktuellen Corona-Brennpunktwelle können Sie im unteren Bereich dieser Seite finden.
 

Alle Pressemitteilungen zum Gesundheitsmonitor des BAH finden Sie im Folgenden:

Zeichenfläche 1