Was fällt nicht unter die Definition "Phytopharmaka" ?
1. Aus Pflanzenextrakten isolierte Einzelstoffe
Ein Extrakt aus einer Arzneipflanze enthält unterschiedliche Inhaltsstoffe, die in Wirk- und Begleitstoffe unterteilt werden. Isolierte Einzelsubstanzen sind keine Phytopharmaka, da die Einheit aus wirksamkeitsrelevanten Inhaltsstoffen, Wirk- und Begleitstoffen nicht mehr gegeben ist. Beispiele hierfür sind Digitoxin, Atropin, Morphin etc.
2. Nahrungsergänzungsmittel, Diätetika, Lebensmittel
Diese brauchen kein Zulassungsverfahren als Arzneimittel zu durchlaufen und müssen damit nicht die hohen Anforderungen an Wirksamkeit, Unbedenklichkeit und Qualität im Sinne des Arzneimittelgesetzes erfüllen. Diese Zubereitungen müssen den Bestimmungen des Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetzes entsprechen, da diese Produkte überwiegend zur Ernährung und zum Genuß bestimmt sind.
3. Homöopathika
Die Lehre der Homöopathie , begründet nach Samuel Hahnemann, besagt, dass Symptome, die durch eine Erkrankung hervorgerufen werden und diese kennzeichnen, mit einer Arznei zu behandeln sind, die beim Gesunden in höheren Dosen die gleichen Symptome hervorruft, wie diese Erkrankung (similia similibus curentur). Indem bestimmte, unter genau festgelegten Bedingungen (Potenzierung) hergestellte Verdünnungen von Stoffen, die in hoher Dosierung toxische Erscheinungen hervorrufen, mit dem gleichen sogenannten Arzneimittelbild verabreicht werden, wird der Körper in seiner Selbstheilungsreaktion unterstützt. Die Wirksamkeit soll hierbei nur zum Teil aus der messbaren Konzentration an wirksamen Bestandteilen zustandekommen, wie es ein Grundprinzip der Allopathie verlangt, sondern auch (besonders bei höheren Potenzen) auch aus der durch Potenzierung in das Medium übertragenen elektromagnetischen Information der Substanz. Zu Beginn der Therapie gelegentlich auftretende sogenannte Erstverschlimmerungen werden als Zeichen für das Einsetzen der Wirksamkeit angesehen.
4. Anthroposophische Arzneimittel
Bei anthroposophischen Arzneimitteln nach Rudolf Steiner wird eine geisteswissenschaftliche erkennbare Wesensverwandtschaft zwischen den verschiedenen Bereichen der Natur und dem Menschen postuliert. So werden in enger Anlehnung an die Signaturenlehre Zusammenhänge, z. B. zwischen Löwenzahn und der Leber, zwischen Gold und dem Herzen, vermutet.
Anthroposophische Arzneimittel werden, wie auch homöopathische Arzneimittel, vorwiegend aus natürlichen Quellen gewonnen, sind also pflanzlichen, tierischen oder mineralischen Ursprungs. Teilweise werden sie nach homöopathischen Prinzipien (Potenzierung, Dynamisierung) hergestellt, manche auch zusätzlich durch besondere Wärmeanwendungen (z. B. Rösten, Verkohlen usw.) bereitet.

